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Südküste

1. Tag, 24.9.2010: Linz - Frankfurt - Holguín

Um 4:00 Uhr läutet der Wecker. Wir packen die restlichen Sachen zusammen und werden um 4:45 Uhr von Mutti und Vati zu Hause abgeholt.

Die Fahrt nach Hörsching geht um diese Tageszeit sehr zügig und so stehen wir um 5:05 Uhr schon beim Check-in. Der Abflug ist pünktlich um 6:00 Uhr und wir kommen auch pünktlich um 7:00 Uhr in Frankfurt an. Dort wollen wir in die Lounge, aber mit dem Condor-Ticket lassen sie uns dort nicht rein, weil Condor seit letztem Oktober nicht mehr Mitglied der Star Alliance ist. Ich hasse Condor … So gehen wir zu unserem Gate B44 und warten dort. Eine Lautsprecherdurchsage fordert alle Passagiere, die ihre Boardingcard nicht in Frankfurt bekommen haben, auf, zum Schalter zu gehen. Wolfgang erledigt das und muss dem Personal auch die Touristenkarte und die Sitzplatzreservierung zeigen. Außerdem nehmen sie einigen Passagieren die überdimensionalen Handgepäckstücke ab. Dadurch starten wir mit 50 Minuten Verspätung. Ich hab schon großen Hunger, aber durch die Verzögerung wird das Essen erst sehr spät serviert. Condor ist wirklich nicht mehr besonders: Es gibt nur ein Menü und sogar das Bier muss man für stolze 3,50 € kaufen. Wir dösen dahin und schauen uns die Filme an. Um 13:50 Uhr Ortszeit landen wir mit nur noch 25 min Verspätung in Holguín. Wir verlassen das Flugzeug und uns weht der heiße karibische Wind ins Gesicht und nimmt uns momentan die Luft. Die Einreiseformalitäten gehen ruck-zuck, auf das Gepäck warten wir aber fast eine Stunde. Danach fragen wir bei einem TUI-Reiseleiter nach der Rex-Autovermietung, da wir kein Schild sehen. Er hilft uns sehr freundlich weiter. In der Autovermietung geht auch alles problemlos. Die erste Tankfüllung ist in bar zu bezahlen (55 CUC). Da wir noch keine Zeit zum Geldwechseln hatten, gehe ich zur Wechselstube in die Abflughalle. Dort steht aber unser halber Flieger in der Warteschlange. Ich mache kehrt und erkläre der Rex-Dame, dass wir da eine Ewigkeit warten müssten. Sie organisiert uns eine Begleiterin, die mich als VIP vordrängen lässt. Ui, die Leute in der Schlange schimpfen. Ich bin im Nu fertig (300 € = 355 CUC). Wir zahlen bei Rex die Tankfüllung und übernehmen das Auto, nachdem wir alle Kratzer und Dellen im Mietvertrag gekennzeichnet haben.

Um ca 15:30 Uhr machen wir uns auf den Weg zu unserem Hotel Pernik. Wir fahren fast eine Stunde in Holguín herum, finden aber das Hotel nicht. Wir finden uns zwar mit dem Stadtplan zurecht, aber irgendwann stimmen Stadtplan und Wirklichkeit nicht mehr überein … Mit unserem Latein am Ende nehmen wir absichtlich eine falsche Straße, doch genau diese führt uns ans Ziel. Wir haben das erste Mal gelernt, dass man in Kuba mit Instinkt besser ans Ziel kommt als mit einem Stadtplan. Eine Erfahrung, die uns noch in mehreren Städten helfen wird.

Die Buchung per Internet hat geklappt und wir checken in ein frisch renoviertes Zimmer in der Nähe des Pools ein. Nach dem Umpacken setzen wir uns an die Poolbar und bestellen uns ein Sandwich, gegrilltes Huhn, Bier und Wasser. So lassen wir den ersten Tag ausklingen - bei mehr als angenehmen Temperaturen …

26 km

2. Tag, 25.9.2010: Holguín - Camagüey

Nach einem leckeren Frühstück checken wir aus und verlassen um kurz vor 9:00 Uhr Holguín in Richtung Las Tunas/Camagüey. Anscheinend haben die Cubaner in den vergangenen Jahren eine Straßen- und Ortsschild-Offensive gestartet, mit denen wir uns sehr gut zurecht finden. Als meine Eltern vor zwei Jahren hier waren (nach dem Hurrikan Ike) war das nicht so. Nur die Stadtpläne im Reiseführer könnten übersichtlicher sein.

Nach etwa drei Stunden Fahrt erreichen wir Camagüey und ficu_01nden sogar relativ schnell zur Casa Carola (Lugareño No. 740, e/Heredia y San Martin), wo auch schon meine Eltern übernachtet haben. Wir können uns das Zimmer aussuchen und entscheiden uns für das Penthouse mit Dachterrasse. Wir beziehen das Zimmer, bestellen bei Carola zum Abendessen Languste und machen uns zu Fuß auf in die Altstadt. In einem Supermarkt kauft Wolfgang Wasser, während ich vor der Tür mit den Rucksäcken warte und die Bici-Taxi-Fahrer abwimmle. Ein Gewitter „zwingt“ uns in der Bar El Cambio einen Drink zu nehmen. Wir beschließen, bis zum Rio Hatibonico zu gehen, wo es einen Gemüsemarkt mit Essständen gibt. Auf dem Weg dorthin schauen wir uns den Parque Ignacio Agramonte und den Plaza San Juan de Dios an. Am Parque Ignacio Agramonte steht an jeder Ecke eine Palme und der Park ist umgeben von schönen Häusern. Der Plaza San Juan de Dios hat ein Kopfsteinpflaster und ist ein netter Ort. Am Gemüsemarkt angekommen, finden wir leider die meisten Stände geschlossen vor. Wir drehen eine Runde und gehen zurück in die Innenstadt. Wir gehen über die Puente La Caridad bis zum Plaza Marti. Als nächstes wollen wir uns den Plazuela del Carmen ansehen. Dort stehen und sitzen lebensgroße Bronzefiguren von Einheimischen cu_02und es gibt auch eine Kirche zu besichtigen, in der wir kurz verweilen. Auf dem Rückweg zum Parque Ignacio Agramonte sehen wir, dass die dortige Kirche auf der Turmspitze eine große Marienstatue hat. Neugierig geworden besichtigen wir auch diese Kirche. Dort herrscht reges Palavern. Nebenan am Plaza Maceo gibt es ein Lokal, in dem wir uns ein Schinken-Käse-Sandwich und ein Cola bestellen. Am Nebentisch sitzt ein junger Mann, der uns - ungefragt - portraitiert und uns das Portrait anschließend natürlich verkauft (2 CUC). Auch ein alter Mann namens Raul gesellt sich zu uns und erzählt so allerhand.

Nach dieser Rast bummeln wir zu unserer Casa zurück, wo wir auf der super-netten Dachterrasse unser Sun-Downer-Bucanero-Bier genießen und auf das Abendessen warten. Dieses ist die reinste Gaumenfreude. Es gibt eine Gemüsesuppe mit Kochbananen und der Hauptgang besteht aus zwei Langusten, Avocado-Gurken-Salat, Reis und Pommes. Es schmeckt alles phantastisch und ist auch mehr als reichlich. Wir machen daher anschließend einen Verdauungsspaziergang und landen nach einigem Hin-und-her wieder in der El-Cambio-Bar. cu_03Ganz in der Nähe befindet sich das Casa de la Trova, wo heute anscheinend etwas Besonderes stattfindet; jedenfalls steht eine ganze Traube Jugendlicher vor der Tür und wartet darauf, eingelassen zu werden. In der El Cambio machen wir die Bekanntschaft mit Rey - einem 1,90m großen Rastaman. Mit ihm unterhalten wir uns in Englisch über Gott und die Welt, bis wir gegen Mitternacht den Heimweg antreten.

214 km

3. Tag, 26.9.2010: Camagüey - Sancti Spíritus - Trinidad

Während wir ein köstliches Frühstück genießen, organisiert Carola für uns eine Casa in Trinidad. Wir bezahlen für Übernachtung, Abendessen und Frühstück CUC 58,00 und verlassen Camagüey um 9:30 Uhr Richtung Ciego de Ávila. Am Stadtrand fahren wir noch zu einer Tankstelle. Die Straße führt vorbei an riesigen Rinderfarmen, Zuckerrohrplantagen und durch unzählige kleine Ortschaften. In Sancti Spíritus ist alles sehr gepflegt und großteils auch renoviert. In der ältesten Kirche Kubas (Iglesia Parroquial Mayor del Espíritu Santo)  kommen wir mit dem Mesner ins Gespräch. Der ist ganz verzückt, dass wir aus Österreich sind und lässt für eine Unterhaltung mit uns sogar sein Mittagessen kalt werden. Er weist uns auch auf einen Altar mit einer besonderen Statue hin: dem sitzenden Jesus. Angeblich gibt es weltweit nur wenige vergleichbare Jesus-Darstellungen.

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Wir bummeln zur Yayabo-Brücke und über die Independencia Sur, die eine Fußgängerzone ist, retour zum Parque Serafin Sánchez. Auf einer schattigen Bank machen wir eine Trink- und Verschnaufpause, und plaudern mit einem vorbeikommenden 67jährigen Doseneinsammler.

Auf der Suche nach einem kleinen Mittagessen landen wir in der kubanischen Version des MacDonalds namens „El Rápido“, wo wir uns zwei Burger und zwei TuKola (die kubanische Cola-Marke) genehmigen. Interessanterweise kaufen einige Leute im El Rápido frische Äpfel - offenbar eine Delikatesse in Kuba. Nach dem Mittagessen gehen wir zurück zum Auto und verschenken an den „Aufpasser“ einen Kugelschreiber - eine heiß begehrte Ware in Kuba. Das Auto hat sich in der Mittagssonne extrem aufgeheizt, fast nicht zum Aushalten! Die Fahrt nach Trinidad verläuft ohne Probleme und auch in Trinidad finden wir uns gleich gut zurecht. Bei der Casa Independiente werden wir von Ariel, dem Ehemann von Madelvis empfangen. Das Zimmer ist eine Wucht! Eigentlich ist es ja eher ein Appartement: ein Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer, Bad, Küche und eine riesige Dachterrasse. cu_06Wir machen uns kurz frisch, bestellen fürs Abendessen Fisch und begeben uns in die nahegelegene Innenstadt. Im Zentrum entdecken wir viele Kunst-Ateliers, wo teilweise schöne Bilder ausgestellt sind.

Als wir auf der Rückseite der Casa de la Musica laute Musik hören, machen wir uns auf den Weg dorthin. Offenbar ist heute Publikumstanz mit Livemusik. Alle Stühle sind besetzt, und auf jedem Tisch stehen mindestens zwei (halb-)volle Flaschen Rum, den die Gäste selbst mitgebracht haben. Der Rum wird in kleinen Tropfen in Plastikbecher gegossen und pur getrunken. Wir stehen ein wenig herum und bewundern die ausgelassene Stimmung, setzen uns dann auf die Stufen und bald lädt uns ein Tisch alter Cubaner auf einen Schluck ein. Wir trinken, tanzen, trinken und tanzen, und als die Flasche leer ist, zahlen wir die nächste. Ein Cubaner nimmt das Geld und verschwindet für einige Minuten, um mit einer frischen Flasche wieder zu kommen (3,85 CUC). Es handelt sich hier nämlich um kein Gasthaus (oder es ist geschlossen?), sodass die Getränke im nächsten Rumgeschäft besorgt werden müssen. Gegen 18:30 Uhr ist auch diese Flasche Geschichte. Mittlerweile hat jeder von uns seine Verehrer bzw. Verehrerin, ca. 50 - 70 Jahre alt, leicht angeheitert, gut drauf und tanzwütig. Auch wenn wir uns auf Spanisch nicht gut verständigen können, verstehen wir uns gut! Der Abschied fällt herzlich aus.

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Daheim müssen wir unter die Dusche, um fürs Abendessen frisch zu sein. Wir haben großen Durst. Nicht nur, dass der Tanz zum Teil in der prallen Sonne stattfand, es gab am Nachmittag nur puren Rum - sonst nichts! Das Abendessen ist herrlich (Suppe, Fisch in Tomaten-Knoblauch-Sauce, Kochbananen, Gemüse, als Nachspeise Früchte). Anschließend genießen wir den lauen Abend auf der Terrasse, da wir fürs Ausgehen schon zu müde sind.

256 km

4. Tag, 27.9.2010: Trinidad

Diese Nacht war sehr heiß und schwül. Trotz Ventilator konnte ich schlecht schlafen. Erst gegen Morgen wird’s besser. Leider regnet es stark und der Himmel ist grau in grau. Unser Hausherr erzählt uns, dass es aufgrund einer sogenannten Tropical Depression in ganz Kuba so ist und wir hier in Trinidad noch auf der „trockeneren“ Seite seien, da im Norden das Gebirge einiges abhält. Wir bekommen ein herrliches Frühstück auf der sehr gemütlichen Dachterrasse (Kaffee, Früchte, Spiegelei, Schinken und Käse).

cu_09Zum Glück ist es hier auch bei Regen herrlich warm. Wir machen uns zu einem Stadtbummel auf. Einige Male müssen wir in einen Hauseingang flüchten, da unsere Knirpse diesen Regenmassen nicht gewachsen sind. In den Straßen schießen die Bäche knöcheltief daher. Deshalb legen wir gleich beim Internetcafé die erste Rast ein und schreiben an alle daheim (1/2 Std. 3 CUC). Auch das Wetter für Cuba checken wir. Hoffentlich stimmt die Vorschau nicht. Wir kaufen im Internetcafé auch gleich die Ansichtskarten inkl. Briefmarken. In der Altstadt tut sich heute einiges mehr als gestern. Viele kleine Geschäfte sind offen, in denen man allerlei Krimskrams erstehen kann. Auch die Verkäufer von Ketten und Zigarren sind heute Montag wieder aktiv. Wir suchen uns eine Wechselstube, doch die hat gerade Mittagspause, und so vergönnen uns auch wir einen Kaffee und ein Sandwich. Danach wechseln wir EUR 500,00 in CUC und Wolfgang gelingt es sogar, im Wert von CUC 10,00 Pesos zu bekommen (1 CUC = 24 Pesos). Da der Himmel schon wieder dunkel wird und es zu donnern beginnt, gehen wir zu unserer Casa zurück. Vorher kaufen wir uns in einem Supermarkt was zu Trinken und Kekse.

Kaum sind wir in der Casa angekommen, schüttet es voll los. Wir machen es uns in unserem Wohnzimmer in den Schaukelstühlen bequem und schreiben Ansichtskarten. Nachdem Wolfgang ein bisschen gedöst hat, gehen wir auf die Dachterrasse und spielen ein paar Partien Uno, bis das Abendessen kommt. Heute lassen wir uns ja überraschen und die Überraschung ist gelungen. Die Bohnensuppe ist ein Traum und als Hauptgericht gibt es wieder Langusten!!! Diesmal gegrillt, mit Reis, Süßkartoffeln, Bananenchips und Salat. Als Dessert gibt’s wieder Früchte. Wir platzen … Daher beschließen wir, einen Verdauungsspaziergang ins Zentrum zu machen. Wir bummeln bis zur Stiege Casa de la Musica. Dort kehren wir ein und als ob wir es gewusst hätten, fangen kurz darauf die Musiker das Spielen an. Der neuerlich einsetzende Regen vertreibt sie von ihrer Bühne und sie spielen direkt bei den Gästen unter dem Dach. Die Band ist echt gut, leider hören aber nur Touristen zu. Nach insgesamt 3 Mojitos, die nicht so gut wie in Camagüey sind, machen wir uns über irgendwelche Seitengasserl auf den Heimweg. Uns fällt schon den ganzen Tag auf, dass viele Leute mit bunten Blechkuchen herumgehen. Jetzt werden diese verspeist, denn in mindestens einem Haus pro Straße findet eine Party statt. Auf offenem Feuer kocht ein riesiger Topf Suppe (schaut fast aus wie unser Bohnensuppe) und die Nachbarn kommen mit ihrem Geschirr auf Suppe und Kuchen vorbei. Die laute Musik darf natürlich nicht fehlen und es wird auch auf der Straße getanzt. Leider regnet es schon wieder und darum gehen wir in unsere Casa zurück. (Im Nachhinein stellt sich heraus, dass diese Feierlichkeiten anlässlich des Geburtstages der CDR = Comités de defensa de la revolución statt fanden).

0 km

5. Tag, 28.9.2010: Trinidad und Umgebung

Heute hat es die ganze Nacht durchgeregnet und auch am Morgen sieht es nicht so aus, als ob es aufhören würde. Wir wollen trotzdem in das Valle de los Ingenios.

Mit dem Auto fahren wir die Straße Richtung Sancti Spíritus zurück. Wenige km außerhalb von Trinidad ist ein Mirador, und da es gerade nicht regnet, machen wir dort gleich einmal Halt. Es gibt einen kleinen Laden und diverse Souvenirs zu kaufen. Vom Mirador sieht man bis ans Meer - wie herrlich muss die Aussicht sein, wenn das Wetter gut ist! Wir fahren weiter nach Iznaga, um den hohen Wachturm zu besichtigen Die Besteigung kostet CUC 1,00 pP, ist es aber durchaus wert.

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Wir treffen einen Holländer, der alleine unterwegs ist und sich in La Habana eine Fremdenführerin gesucht hat. Die Reiseführerin schenkt Wolfgang eine Zigarre – sehr freundlich! Nach der Turmbesteigung gönnen wir uns einen Cafe esprésso. Da der Regen wieder einsetzt, verzichten wir auf die übrigen historischen Stätten und fahren stattdessen in Richtung Playa Ancón. Wir wollen zumindest einmal das Meer und den Strand sehen, wenn wir schon nicht baden können. Der Playa Ancón ist wirklich schön und das Meer sieht auch bei diesem Wetter wunderbar türkis-blau aus.

cu_12Wir fahren zurück und stellen das Auto wieder bei der Casa ab. Anschließend gehen wir nochmals durch die Stadt, weil wir noch kaum gefilmt haben. Da es nur leicht regnet, machen wir eine große Runde, bis zur Ermita de la Popa und zur Iglesia Santa Ana. Am Rückweg kaufen wir noch 2 Cervezas fürs Abendessen und eine Flasche Rum (den, den wir am Sonntag beim Tanzen getrunken haben). Kurz danach bricht der totale Wolkenbruch über uns herein und wir müssen in einem Hauseingang abwarten. Trotzdem werden wir total nass. Auf den Straßen fließen die Bäche dahin und am Besten haben es diejenigen, die mit FlipFlops unterwegs sind, denn die nutzen die Wassermassen gleich zum Füße waschen.

Zurück in der Casa legen wir uns erst mal trocken und die Zeit bis zum Abendessen verbringen wir mit lesen. Das heutige Abendessen besteht wieder aus einer leckeren Bohnensuppe, einer Hühnerkeule mit Bananen und Reis, Gurken-Okra-Krautsalat und das übliche Obstschüsserl als Dessert (Guave, Ananas, Papaya). Nach dem Essen beschließen wir ins Casa Fischer oder in die Daiquiri-Bar zu gehen. In beiden Locations ist aber tote Hose und so gehen wir ins Casa de la Trova. Das dürfte heute das einzige Lokal mit Musik und Leben sein. Im Gegensatz zu gestern ist das ganze Dorf heute im Dornröschenschlaf. Nachdem wir drei verschiedenen Bands gelauscht und die hereinkommenden Gäste ausgerichtet haben, dazu zwei Mojitos und einen Daiquiri genossen haben, gehen wir bei strömendem Regen zurück zur Casa. Unser Hausherr erzählt uns, dass es morgen noch schlimmer wird mit dem Regen und es bis Sonntag noch so bleibt – super …

76 km

6. Tag, 29.9.2010: Trinidad - Cienfuegos

Nachdem es die ganze Nacht durchgeregnet bzw. -geschüttet hat und es auch am Morgen nicht besser ist, sagt uns unser Hausherr auch noch, dass es sein kann, dass die Straße nach Cienfuegos überschwemmt ist. Wir überlegen lange was wir tun sollen, beschließen aber doch, nach Cienfuegos zu fahren. Madelvis macht die Rechnung fertig (CUC 25,00 / Nacht, CUC 2,00 fürs Parken, CUC 6,00 für Frühstück und für Abendessen zw. CUC 16,00 und 25,00 = CUC 162,00) und ruft uns eine Casa in Cienfuegos an. In einer kurzen Regenpause packen wir alles ins Auto. Die Verabschiedung fällt sehr herzlich aus.

cu_13Während der Fahrt ist der Regen nicht dramatisch und so können wir am Rio Guanayara einen ungestörten Fotostopp einlegen und beobachten wie das Meer mit voller Wucht gegen die Küste und die Flussmündung prallt. Während der weiteren Fahrt sehen wir auch viele überschwemmte Felder, auf denen die Leute noch ernten was zu retten ist.

Gegen 13:00 Uhr kommen wir in Cienfuegos an und finden auch ganz gut zu der Adresse die wir von Madelvis haben. Das ist aber noch nicht unsere Casa, der Besitzer kann englisch und fährt mit uns ein paar Meter in die Querstraße zu unserer Casa. Das Zimmer ist jetzt nicht so der Überhammer, aber für eine Nacht geht’s. Wir machen uns gleich auf in Richtung Altstadt. Kaum sind wir unterwegs, setzt der Regen wieder ein. Im Hotel La Unión kehren wir auf einen Espresso und eine Klopause ein. Ein sehr schönes Hotel. Man glaubt es kaum, aber nach dem Kaffee hat es doch tatsächlich aufgehört zu regnen. Wir schauen uns daher gleich das Highlight der Stadt - den Parque José Martí - an, mit all seinen Prunkbauten rundherum. cu_14Wir filmen und fotografieren wie verrückt, es kann ja jederzeit wieder zu regnen beginnen. Beim Postamt geben wir die Karten auf und in der Fuzo gehen wir erstmals in einen Peso-Laden. Dort kaufen wir uns um 8,00 Pesos = 0,30 CUC!!! vier Burger.

Vom Zentrum machen wir uns zu Fuß auf zur Punta Gorda. Das ist ein langer Fußmarsch und dann hat die Bar am Ende der Landzunge auch noch zu … So gönnen wir uns in einer Burgerbude gegenüber vom Jagua-Hotel 2 TuKola zur Stärkung. Immerhin müssen wir jetzt wieder die 4 km retour gehen. Da anscheinend am Parque José Martí eine Casa Cultura mit diversen Veranstaltungen ist, gehen wir wieder dort hin. Leider klappen sie in der Innenstadt schon die Gehsteige hoch und auch ein Restaurant, in das wir gehen möchten, hat zu.

So gehen wir retour zur Casa und erst jetzt fängt es wieder an zu regnen, nein zu schütten. Wir bringen unsere Rucksäcke ins Zimmer und machen uns kurz frisch, bevor wir ins Auto hüpfen, um nicht nass zu werden und um zum Abendessen zu fahren.

cu_15Auf dem Weg Richtung Punta Gorda machen wir kurz Halt, da doch tatsächlich so was Ähnliches wie ein Sonnenuntergang im Meer zu sehen ist. Anschließend fahren wir weiter Richtung Süden und hinter der Burger-Bude von heute Nachmittag kehren wir ins Parrillada ein auf eine Paella und eine Shrimps-Enchilada um je stolze CUC 9,00. Geschmacklich war es aber ganz gut und es ist nett zum Sitzen (überdacht und direkt am Meer). Zwischendurch scheint die Sonne die Wolken an und es gibt eine ganz tolle Stimmung. Nach dem Essen kaufen wir noch 2 Bier für daheim und fahren los. Erst zu Hause stellen wir fest, dass wir die Regenschirme vergessen haben - Shit. Wolfgang fährt zurück, aber findet natürlich nichts mehr. Daheim trinken wir unser Bier, spielen noch ein bissl Uno und gehen früh schlafen. Morgen haben wir einen langen Weg vor uns.

106 km

Herzlich willkommen!

Wir sind Judith und Wolfgang

judithwolfgang

Beide mit dem Reisevirus infiziert, passionierte Defender-Fahrer und Overlander.

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