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Westen, Nordküste

11. Tag, 4.10.2010: La Habana - Pinar del Rio

Heute heißt es packen und Abschied nehmen von La Habana. Beim Frühstück verzichten wir heute ganz auf den Kaffee.

Ich will mir einen Tee machen, weil ich von der Klimaanlage Halsweh hab, aber das Teewasser ist genau so braun wie der Kaffee. Auch sonst ist die Küche heute etwas überfordert mit dem Ansturm der Gäste - offenbar ist gestern ein Schwung neuer Gäste angekommen.

Nach dem Frühstück brechen wir auf. Wir fahren über die La Rampa, weil wir noch einen Regenschirm kaufen wollen. Es ist stark bewölkt und das Meer peitscht gegen die Mauer am Malecón. An einigen Stellen spritzt das Wasser bis auf die Straße, und es beginnt zu regnen. Wir finden gut aus der Stadt hinaus auf die A4 (La Rampa - Calle 23 - Av. 41 - Wegweiser nach Pinar del Rio). Wir machen einen Abstecher nach Soroa, aber es regnet immer wieder heftig und so trinken wir nur einen Kaffee, anstatt wie geplant zum Wasserfall zu wandern. Anschließend fahren wir weiter nach Pinar del Rio.

Bereits an der Stadtausfahrt La Habana und auch auf der Autopista wollen uns immer wieder Passanten anhalten oder deuten, dass wir falsch seien. Das ist offenbar ein beliebter Sport in der Gegend rund um Havanna. Aber wir reagieren nicht darauf - woher sollen sie auch wissen, wohin wir fahren wollen?!

In Pinar del Rio fahren wir zu der Casa, die wir uns aus dem Reiseführer ausgesucht haben. Es ist nicht so einfach, sie zu finden, weil sie auf dem kleinen Stadtplan nicht mehr eingezeichnet ist. Endlich angekommen ist kein Zimmer mehr frei, aber eine Freundin, ein paar Häuser weiter, hat noch ein Zimmer (Isis Camargo y Fidel Ortiz, Isidro de Armas 374, CUC 20,00/Nacht + Frühstück und Abendessen).

cu_41Nach dem Auspacken machen wir uns auf den Weg in die Stadt, zuerst zum Geldwechseln (EUR 400,00, Kurs: 1,22), auf der Straße genehmigen wir uns eine Pesopizza, dann marschieren wir zur Zigarrenfabrik Francisco Donatier (Eintritt CUC 5,00pP). Leider darf man in der Fabrik nicht fotografieren oder filmen, aber es ist sehr interessant. Die Dreher/innen sind sehr schnell bei der Arbeit und es sieht ganz einfach aus, ist aber sicher sehr schwierig. Danach kaufen wir im Shop ein paar Zigarren und bekommen einen Zigarrenschneider dazu geschenkt. cu_42Wir schlendern die Martí hinunter bis zum Palacio Guasch. Ein merkwürdiger Bau. Zurück in der Casa macht Isis uns einen Daiquiri, den wir auf der Terrasse im 1. Stock genießen.

Um kurz nach 19:00 Uhr bekommen wir unser Abendessen (Ajiaco-Suppe mit Kartoffeln, Kochbananen, gegrillte Hühnerkeulen mit Zwiebeln, Reis, frittierte Malanga). Wolfgang trinkt noch einen Espresso. Als wir schlafen gehen, geht leider kein Wind mehr und es ist ziemlich heiß.

202 km

12. Tag, 5.10.2010: Pinar del Rio - Viñales Tal - Pinar del Rio

Um 8:00 Uhr klopft Isis an die Tür, weil das Frühstück serviert ist. Endlich wieder leckerer Kaffee, Papayasaft, „Semmerl“ mit Butter und eine Früchteplatte - lecker. Sie zeigt uns noch wie man die Haustür versperrt, da sie in die Stadt fährt. Wir packen uns kurz darauf auch zusammen, machen das Haus dicht und fahren Richtung Viñales.

Kurz vor dem Ort kommen wir an einem netten Bauernhof mit strohgedecktem Tabakstadl vorbei. Wir fahren an den Straßenrand und filmen und fotografieren dieses schöne Motiv. Da kommen zwei kleine Buben aus dem Haus. Ich geb ihnen eine Seife und eine Klappbürste.

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Da kommt auch die Mutter und sie fragt, ob wir uns den Stadl anschauen wollen. Warum nicht! So parken wir das Auto und sie zeigt uns das Tabakfeld, auf dem jetzt noch der Mais wächst. Im Tabakstadl erklärt sie uns, dass der Tabak vier Monate während der kalten Jahreszeit wächst und anschließend 45 Tage in diesem Stadl aufgehängt wird. Auf ihrer Farm werden zwischen 20.000 und 25.000 Pflanzen gesetzt. Zuerst wird angesät und wenn die Pflanzen Setzlinge sind, kommen sie aufs Feld. Danach zeigt sie uns noch ihre Kaffeesträucher, Orangebäume und Guavenbäume. Auch eine Orangenkostprobe bekommen wir. Sie hätte uns sogar noch Kaffee gemacht, aber das Angebot nehmen wir nicht an. Dafür fragen wir, ob sie uns „un pocito“ vom Tabaksamen verkauft. Sie füllt uns etwas in ein Filmdoserl. Wir geben ihr für die Führung CUC 5,00, da uns diese Gastfreundschaft das Wert ist. Für ihre 15-jährige Tochter, die gerade in der Schule ist, hole ich noch eine Bürste aus dem Auto und eine große Bodylotion. Sie freut sich sehr und die Kinder winken uns noch nach, als wir nach Viñales weiterfahren.

Im Ort Viñales angekommen regnet es leider wieder einmal und so fahren wir weiter durch die schöne Landschaft. Plötzlich entdeckt Wolfgang, dass wir beide blutige Bissstellen am Körper haben??? Woher das wohl kommt? Wahrscheinlich von unserem netten Besuch im Tabakstadl - vermuten wir mal. Nach einigen km machen wir wieder kehrt und fahren in den Ort zurück. Dort bummeln wir die Hauptstraße entlang und kehren auf einen Espresso ein.

Danach fahren wir Richtung El Moncada und weiter zur Cueva de Santo Tomas, der größten Höhle Cubas. Es kommt gleich ein Guide zum Auto, der anbietet, mit uns in die Höhle zu gehen. Er organisiert für jeden einen Helm mit Stirnlampe und los geht’s. Wenn man den Weg nicht weiß, glaubt man nie, dass man da in eine Höhle kommt, schon gar nicht in die größte Höhle Kubas. Zuerst ist ein ziemlich steiler Aufstieg zu bewältigen.

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Vom Höhleneingang aus hat man einen Wahnsinnausblick auf das Tal mit all seinen kleinen Feldern und den netten kleinen Häusern. Dann geht’s in die Höhle rein. Das tolle ist, dass es in der ganzen Höhle keine künstliche Beleuchtung gibt. Das einzige Licht stammt aus unseren Stirnlampen. Manchmal sind die Ab- und Aufstiege in der Höhle sehr abenteuerlich, allerdings mit Seilen gesichert. Die Luftfeuchtigkeit ist enorm und der Schweiß tropft, wie das Wasser in der Höhle. Auch einen kleinen Höhlenbewohner sehen wir - eine Krabbe plantscht in einer Lacke. Nach ca. 1 1/2 Stunden sind wir wieder retour beim Auto. Wir zahlen die CUC 10,00 pP und ein Trinkgeld, das sich der Guide sehr wohl verdient hat.

Um nach Pinar del Rio zurückzukommen, fahren wir nicht retour nach Viñales, sondern über Puente de Cabezas. Diese Strecke ist eher rustikal, aber sehr ursprünglich und schön. Zurück in Pinar del Rio parken wir das Auto im Zentrum und besichtigen die Kathedrale. Dann fahren wir in unsere Casa retour, wo wir von Isis wieder einen Daiquiri auf der Terrasse serviert bekommen.

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Wir schmökern im Reiseführer und schauen uns die Route der nächsten Tage an, während wir auf unseren Lobster warten. Pünktlich um 19:00 Uhr bekommen wir wieder ein üppiges Mahl serviert. Bohnensuppe, für jeden einen (!) Lobster, Reis, Malangas und ein Salatteller. Wir platzen fast! Zur Verdauung gibt’s einen starken Kaffee und Wolfgang genehmigt sich eine Trinidad-Zigarre. Wir bezahlen auch die Rechnung (CUC 40,00 für 2 Nächte, CUC 44,00 für 2x Abendessen, CUC 16,00 für 2x Frühstück, CUC 8,00 für 4 Daiquiri, 2 Bier zu CUC 3,00 und 2 Nächte Auto parken um CUC 4,00 = CUC 115,00). Um 20:00 Uhr sehen wir uns die Fernsehnachrichten und vor allem den Wetterbericht an. Die nächsten Tage dürfte es in ganz Cuba schlecht werden, weil schon wieder zwei Tropentiefs im Anmarsch sind. Mir geht’s nicht so gut und wir gehen bald ins Bett.

116 km

13. Tag, 6.10.2010: Pinar del Rio - Matanzas

Um 8:00 Uhr gibt es Frühstück, danach packen wir zusammen und machen uns auf den Weg. Wir fahren über Viñales und die Nordküste. Da ich total verkühlt bin, kann ich die Fahrt durch die Dörfer und dem Meer entlang nicht so genießen. Außerdem ist die Straße schlechter als erwartet und wir kommen nur langsam voran (im Schnitt 40 m/h).

In La Habana ist der Malecón gesperrt, weil das Meer so rau ist und viel Schmutz auf die Fahrbahn geschwemmt wird. Wir fahren deshalb weiter über die La Rampa, wo wir uns als Mittagssnack einen Perro Caliente an unserem schon bekannten Standl genehmigen. Wir wollen den Hot Dog gleich im Auto verspeisen, da macht uns ein Polizist höflich darauf aufmerksam, dass wir im Halteverbot stehen. Wir sind eh schon fast fertig und fahren weiter die La Rampa entlang bis zum Malecón. Dort ist die ganze Straße nass und voller Algen, Schwämme und sonstigem Meeresschwemmgut. Wir fotografieren ein paar Fontänen, die sich über die Straße ergießen, wenn die Brandung an die Mauer schlägt und fahren dann weiter nach Cojímar. Dort suchen wir uns die Taverne „La Terraza“ und wollen auf einen Kaffee einkehren. Aber auch wenn das Lokal durch Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ berühmt ist, vom Service kann man das nicht behaupten. Wir warten einige Zeit und werden vom Kellner geflissentlich ignoriert. So brechen wir ohne Kaffee wieder auf. Die Musiker, die uns die Zeit mit ein paar Stücken vertrieben haben, werden den Kellner hoffentlich darauf hinweisen, dass ihm gerade ein Geschäft entgangen ist - obwohl ihm das im staatlichen Restaurantbetrieb wahrscheinlich nichts ausmachen wird. Bei der Weiterfahrt überholt uns wieder ein Auto, das uns durch Hup- und Handzeichen darauf hinweisen will, dass wir falsch seien. Wir winken nett zurück und fahren weiter, bis wir zur richtigen Straße kommen.

Bis Matanzas verläuft die Fahrt problemlos. In der Stadt suchen wir uns eine Casa, aber leider ist sie ausgebucht und wir werden an den Nachbarn weitervermittelt (Paraiso Diaz Duque, Anita y Luis Alberto, Contreas 79, e/ 282 y 288, No. 28205). Ich nehme ein Aspirin und nach einer kurzen Schlafpause machen wir uns auf den Weg in die „Stadt“. Das Zentrum ist sehr übersichtlich. Die „El Rápido“ sind nicht sehr einladend, dafür serviert das La Vigía ausgezeichnete Burger, feines Ambiente und netten Service inbegriffen. Anschließend bummeln wir zur Casa zurück, spielen noch ein paar Partien Uno und gehen dann schlafen. Das Zimmer liegt Gott sei Dank auf der ruhigen Innenhofseite.

332 km

14. Tag, 7.10.2010: Matanzas - Cardénas - Santa Clara

Wir stehen wie üblich um 8:00 Uhr auf. Das Frühstück ist üppig (Früchte, Kaffee, Eierspeis, Brot, …). Wir brechen bald auf, weil wir einen weiten Weg vor uns haben.

Die Straße nach Varadero ist in perfektem Zustand - kein Wunder, da ja viele Touristen hier fahren. Allerdings ist auch Maut zu bezahlen, und da wir keine Pesos Cubanos mehr haben, müssen wir in die Passage für CUC (2,00). Kurz nach der Mautstation biegen wir Richtung Cardénas ab.

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In Cardénas - der Stadt der Kutschen, machen wie einen Fotostopp. Im Ort fahren tatsächlich viele Kutschen herum und es gibt ein Hallo, als wir zu fotografieren beginnen. Nachdem wir unsere Fotos im Kasten haben fahren wir weiter.

Wir kommen durch einige nette Orte, aber da wir keine Pesos mehr haben, machen wir keinen Halt. Erst in Santo Domingo finden wir eine CADECA, wo wir EUR in CUC und CUC in Pesos wechseln können.

Kurz danach sind wir schon in Santa Clara, wo wir zu der Casa fahren, die wir am Morgen empfohlen bekommen haben. Leider ist der Besitzer gerade in Havanna, aber die Nachbarin ein paar Häuser weiter erwartet uns schon und wir nehmen das Zimmer dort. Die Casa ist wieder total nett, ebenso die zwei Golden Girls die sie betreiben. Wir bekommen gleich mal einen Kaffee kredenzt und unterhalten uns so gut es geht mit den beiden Damen. Sie geben uns Tipps zu Sehenswürdigkeiten (insbesondere zum Ché mit dem Kind). Nach dem Auspacken machen wir uns auf den Weg zu den verschiedene Ché-Monumenten der Stadt.

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Da wir keine großen Ché-Fans sind, sind wir bald fertig. Beim Tren Blindado wird irgendetwas aufgebaut, vermutlich anlässlich des anstehenden Todestages von Ché. Jedenfalls ist die Straße gesperrt und wir müssen auf Umwegen zurück ins Zentrum. Wir stellen das Auto bei der Casa ab und erkunden die Stadt zu Fuß. Da sie nicht all zu groß ist, geht das sehr einfach. Mit unseren Pesos kaufen wir uns einen Perro Caliente und Refrescos. Auf dem Platz Parque Vidal fällt uns auf, dass viele Jugendliche in eine bestimmte Richtung strömen. Wir verfolgen sie ein wenig - wahrscheinlich findet am Tren Blindado eine Veranstaltung statt. Wir gehen nicht weiter (politische Veranstaltungen in fremden Ländern sind so eine Sache …), sondern schlendern durch die Straßen auf der Suche nach einem Snack. An einer Ecke gibt es Peso-Pizza, aber es stehen schon gut 15 Leute an. So gehen wir zurück zum Parque Vidal, wo es in einem netten Peso-Laden Hamburguesas gibt. Kurz nachdem wir sitzen, stürmen viele Leute rein - wir vermuten, dass die Veranstaltung jetzt zu Ende ist. Da Wolfgang nach dem Hamburger immer noch hungrig ist, versuchen wir nochmals Pizza und Hot Dog zu ergattern, aber es sind entweder zu viele Leute oder es ist ausverkauft.

So gehen wir in die Bar La Marquesina auf zwei Mojitos. Dort spricht uns ein Einheimischer auf Deutsch an. Pedro war 1982 - 1984 in Leipzig und plaudert mit uns über Deutschland, Österreich und Cuba. Er erzählt uns, dass er bald eine Genehmigung erhält, um eine Autowerkstatt eröffnen zu können. Um 20:00 Uhr beginnt in der Mitte des Parks im Pavillon ein Blasorchester zu spielen. Wir gehen hin und hören interessiert zu. Ein Cubaner erklärt uns, dass es früher Brauch war, am Sonntag bei Musik rund um den Pavillon zu flanieren. Junggesellen gingen dabei in die Gegenrichtung und wenn ihnen eine Dame gefiel, sprachen sie sie an. Wir werden auch angesprochen und zwar von einem einheimischen jungen Mann. Er ist ganz nett, aber lässt uns nicht mehr entkommen. Als es zu regnen beginnt, will er mit uns in die Bar gehen (natürlich auf unsere Rechnung), wir lehnen ab. Auf seine Frage nach ein paar Pesos für ein Getränk, geben wir ihm 10,00 Pesos Cubanos - soviel kostet ein Refresco. Er ist offensichtlich verdutzt, hat wohl CUC erwartet. Aber er versteht den Wink und verschwindet. Anschließend gehen wir zwei nochmals in die Bar La Marquesina auf einen Mojito. In der Zwischenzeit hat eine Band zu spielen begonnen, aber die Mitglieder sind schon reifere Semester und leider nicht mehr so gut. Aber egal, die Stimmung macht’s.

Nachdem es zu regnen aufgehört hat, machen wir uns auf den Heimweg. Wir vereinbaren das Frühstück für morgen um 7:30 Uhr.

236 km

15. Tag, 8.10.2010: Santa Clara - Playa Santa Lucia

Wir machen uns in Santa Clara noch auf die Suche nach der Ché-Statue mit dem Kind. Ca. 500 m nach dem Tren Blindado finden wir sie (nachdem wir an einer Tankstelle gefragt haben). Diese Statue ist sehr interessant und witzig gemacht. Sehr sehenswert! Nach einem ausgiebigen Fotostopp verabschieden wir uns von Santa Clara und beginnen unseren heutigen Fahrtag.

cu_55Wir fahren zur A1, weil wir dort schneller vorwärts kommen als auf der Freilandstraße. Nach ungefähr 80 km ist die Autopista allerdings zu Ende und es geht auf mehr oder weniger guten Straßen in Richtung Camaqüey. Dort verlassen wir die Carretera Central und kaufen noch ein paar Liter Wasser und Kekse. Das Einkaufen dauert ewig, weil vor mir an der Kassa alle Leute einzelne Zuckerl kaufen … Danach fahren wir weiter in Richtung Playa Sta. Lucia.

Die Straßen werden immer schlechter, wobei sie generell gut wären, wenn es da nicht die großen Schlaglöcher gäbe, die immer wieder unvermutet auftauchen. Irgendwo im Nirgendwo an der Strecke taucht eine 24h-Cafeteria auf, bei der wir natürlich gerne einkehren. Daneben befindet sich eine alte Zuckermühle (Ingenio Sta. Isabela) und als Zuckerlöffel bekommen wir einen Zuckerrohr-Stick - echt nett. Einige km weiter, bei San Miguel de Baga werden wir unsicher, ob wir noch auf der richtigen Straße sind. Nach einer Extrarunde stellen wir fest, dass die Straßenschilder stimmen und wir auf dem richtigen Weg sind. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum heutigen Etappenziel.

In Playa Sta. Lucia erkennt man gleich, dass jetzt Nebensaison ist. Unser Zimmer in der Escuela Sta. Lucia kostet nur CUC 22,00/Nacht inkl. Frühstück, also gerade mal soviel wie eine Casa. OK, das Zimmer ist nicht gerade neu, aber der Strand ist direkt vor unserer Terrasse und es ist sauber.

Nach dem Einchecken bummeln wir kurz den Strand einmal rauf und runter. Anschließend suchen wir uns was zu Essen. Das ist aber leider nicht so einfach, weil die Lokale, die im Reiseführer stehen, nicht zu finden sind (abgesehen vom El Rápido, der direkt gegenüber von unserem Hotel ist). Wir gehen auf gut Glück ins „Concha“, wo man an der Bar mit CUC, und im Restaurant mit Pesos bezahlen muss. Da wir die Speisekarte nicht genau übersetzen können, bestellen wir einfach auf gut Glück und bekommen: Frittiertes Würstel und Schaffleisch. Nur den Reis mit den schwarzen Bohnen haben wir erkannt und bewusst bestellt (christianos y moros). Dafür ist der Preis unschlagbar. 40,00 Pesos inkl. Trinkgeld (< EUR 2,00).

Zurück im Hotel bestellen wir uns einen Rum pur (5 Añejos), um den intensiven Schafgeschmack zu bekämpfen. Erst danach bestellen wir einen Mojito. Wie schon im Camaqüey gibt der Kellner zuerst das Wasser hinein und löst damit den Zucker auf. Dann erst kommt der Rum dazu. Schmeckt super! Die Minze pflückt der Kellner übrigens frisch aus einem Blumenbeet in der Hotel-Lobby.

430 km

16. Tag, 9.10.2010: Playa Sta. Lucia

Der Kellner beim Frühstück ist sehr nett und kompetent. So wie er das Geschirr abräumt, hat er das richtig gelernt. Das Frühstück ist übrigens auch herrlich - guter Kaffee und einmalige Bogadillos.

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Nach dem Frühstück machen wir einen Strandspaziergang. Wir wandern Richtung Osten and den verschiedenen Hotels vorbei. Nur bei 1 - 2 Hotels ist Betrieb, ansonsten ist alles wie verlassen. Die dunklen Wolken am Himmel ziehen ostwärts an uns vorbei und am Rückweg kommt zum ersten Mal kurz die Sonne raus. Am Strand liegt leider viel Seegras herum, das angespült wird, aber ansonsten ist der Strand sehr schön - vor allem ganz weißer Sand! Wir beschließen, gleich heute die Playa Los Cocos in La Boca zu erkunden. Die soll ja laut Reiseführer besonders schön sein.

Wir nehmen die Straße im Landesinneren, aber die ist eine totale Schlaglochpiste. Wir kommen nur sehr langsam voran. Am Ende geht der Asphalt in Schotter über, und das letzte Stück ist nur noch eine Sandpiste. Die Straße zum Strand führt an der Lagune entlang und es gibt hier auch tagaktive Moskitos! Dummerweise haben wir das Autan im Zimmer gelassen. Der Strand ist überraschenderweise von vielen Einheimischen besucht und einige Kinder plantschen im Wasser. Leider liegt hier zum Teil auch einiger Müll herum (Dosen, etc.). Am Liebsten würden wir selbst den Besen in die Hand nehmen. Die Moskitos stören am Strand nur kurz. Es wird wohl zu windig sein. Ich hüpfe natürlich gleich ins Wasser. Es ist sehr angenehm, nicht zu warm und nicht zu kalt. Gegen Mittag packen alle Einheimischen zusammen und der Strand gehört ganz den paar Touristen. Ein Fischer bietet uns Lobster um CUC 10,00 in seinem Haus an. Auch im Restaurant am Strand kostet er nur CUC 10,00, erklärt uns die Kellnerin, die den Strand nach Gästen abklappert. Was uns am Strand besonders auffällt, sind ältere Herren mit jungen cubanischen Mädchen/Frauen. Bisher ist uns das in diesem Urlaub noch nicht so aufgefallen. Aber wir erinnern uns, dass wir schon im Flugzeug einige alleinstehende Reisende gesehen haben. Wir genießen den Strand, das Rauschen der Wellen und verspeisen die Kekse, die wir mitgenommen haben. Am frühen Nachmittag werden die Wolken wieder dunkler, außerdem setzt die Ebbe ein, und die ersten Felsen ragen aus dem Wasser. Plötzlich fährt ein riesiges Schiff an uns vorbei - es kommt aus dem Hafen von Nuevitas und fährt aufs offene Meer hinaus. Beim Näherkommen entdecke ich, dass es die MV „Nirint Canada“ ist, die die Fracht von meinem aktuellen Cuba-Geschäft laden soll. Wir wissen leider nicht, ob sie tatsächlich „meine“ Fracht geladen hat oder doch ein anderes Schiff nominiert wurde. Aber es ist trotzdem spannend! (Wieder daheim, stellt sich heraus, dass tatsächlich die 6.000 mt Steel-Billets für Marokko an Board waren).

Etwas später macht sich ein kleiner Hunger bemerkbar, aber weil wir befürchten, in den Strandrestaurants selbst ein Fressen für die Moskitos zu werden, fahren wir zurück, um beim El Rápido auf einen Burger einzukehren. Diesmal nehmen wir die Küstenstraße. Die ist zur Gänze unasphaltiert und mit vielen Schlaglöchern und „Wellblech“ übersäht; auch nicht viel besser als die Hinfahrt - aber kürzer. Beim El Rápido genehmigen wir uns 2 Hamburguesa con Jamón y Cheso. TuKola gibt’s leider nicht (!), also nehmen wir 2 Bier. Mit alkoholfreien Getränken wären wir ohnehin zu sehr aufgefallen. Die ersten Gäste machen schon ein Nickerchen auf einem Tisch, auf dem etliche leere Bierdosen und Rumflaschen stehen. Auch einige ältere Herren mit jungen Cubanerinnen sind hier anzutreffen … Nach dieser Zwischenmahlzeit ziehen wir uns leicht beeinträchtigt in unser Zimmer bzw. auf die Terrasse zurück.

Nach einiger Zeit überkommt uns die Müdigkeit und wir machen ein Schläfchen, und während draußen ein heftiger Regenguss niedergeht, schauen wir ein bisserl fern. Gegen Abend packen wir unseren (neuen) Schirm und gehen Abendessen in unser Hotelrestaurant. Wolfgang nimmt Rind, weil es leider keinen Fisch gibt, auf den ihn schon so gegustert hat. Ich nehm Camarones. Das Essen ist sehr gut. Wolfgang hätte gerne als Dessert ein Flan, aber das ist leider auch aus. Der Speisesaal füllt sich und es müssen sogar Leute warten, bis wieder Plätze frei werden. Der Kellner ist, trotzdem er auf Zack ist, leicht überfordert. Wir zahlen und fragen, ob die Bar heute geschlossen sei, weil keine Flaschen dort stehen, aber der Kollege macht uns gerne zwei Mojitos und wir setzen uns damit in die schöne Lobby und spielen ein paar Partien Mastermind und Uno. Wolfgang raucht seine letzte Trinidad-Zigarre.

Gegen 23:00 Uhr gehen wir aufs Zimmer - auch der Regen hat mittlerweile aufgehört - es sind sogar vereinzelt Sterne zu sehen. Wir hoffe für morgen das Beste.

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17. Tag, 10.10.2010: Playa Sta. Lucia 

Leider nieselt es schon wieder während wir frühstücken gehen. Das Frühstück ist wieder sehr lecker und der Service perfekt. Was auffällt ist, dass heute (Wochenende!) viele Gäste aus älteren „westlichen“ Herren mit cubanischen Mädchen bestehen - brrr …

Nach dem Frühstück regnet es nicht mehr und wir beschließen, an den Strand zu gehen, obwohl rundherum schwarze Wolken am Himmel sind. Es dauert nicht allzu lange und der Wind wird wieder stärker und die grau-schwarze Regenwand bewegt sich vom Meer her auf uns zu. Kaum im Zimmer angekommen, schüttet es auch schon voll los. Von 11:00 - 14:00 Uhr ist an kein Rausgehen zu denken und so schauen wir fern und spielen Karten.

Am Nachmittag hört es dann zu regnen auf und wir machen uns zu einem Strandspaziergang auf. Falls wir den Fischer Dagetti von gestern treffen, wollen wir uns einen Fisch bestellen. Wir sehen ihn zwar, aber er hat heute nichts im Angebot oder sein „Restaurant“ ist schon ausgebucht. Am Rückweg kehren wir in der Snackbar Juna Mar auf ein TuKola ein. Wir bleiben aber nicht lange sitzen, weil sich bei Wolfgang ein gewisses Rumoren im Bauch bemerkbar macht. Er zischt schon mal voraus und ich bummle hinterher. Da redet mich einer an, ob ich Lobster oder Fisch essen kommen will. Ich sag ihm, ich müsse zuerst mit meinem Mann reden, der da vorne geht. Der Fischer läuft Wolfgang in einem Schweinstrab hinterher. Wir verabreden uns mit ihm für heute um 18:00 Uhr in seinem Haus für einen Snapper.

Wieder zurück beim Hotel gehen wir an den Strand, weil sich jetzt einzelne blaue Flecken am Himmel zeigen. Wolfgang geht mit dem Schnorchel ins Wasser. Er sieht drei Fische und zwei schöne Muscheln, aber ansonsten nur Seegras über Seegras … Ich schnorchle dann auch eine Runde, aber außer Seegras sehe ich gar nichts, weil mir erstens die Brille zu groß und zweitens das Seegras nicht ganz geheuer ist. Danach gehen wir aufs Zimmer um uns zu duschen, aber wir haben kein Wasser, daher waschen wir uns nur mit ein paar Tropfen das Gesicht. Bevor wir zu Orlando dem Fischer losgehen, melden wir das mit dem Wasser noch in der Rezeption - die wissen aber schon bescheid und es wird auch schon daran gearbeitet. Perfekt!

Wir gehen ans Ende der Bucht (ca. 35 Min.) und werden dort auch schon in Empfang genommen. Im Haus von Orlando sitzen schon zwei Kanadier (Victor und Catherine) und bekommen ihren Lobster serviert. Allerdings nur einen für die zwei - wir hatten bisher immer einen pro Person! Kurz darauf bekommen wir unseren Snapper, der sehr groß ist, inkl. Shrimps, Reis, Batatas und Salat. Dazu zwei Bier um CUC 24,00. Im Vergleich zu unseren Casas nicht gerade billig, aber gut und reichlich. Nach dem Essen gehen wir mit den zwei Kanadiern Richtung Hotel zurück. Es scheint, als ob die zwei froh sind, dass sie nicht allein gehen müssen, da die Dämmerung bereits einsetzt. Nachdem sie zu ihrem Hotel abgebogen sind, legen wir einen Zahn zu, da wir noch einen weiten Weg haben.

In der Hemingway-Bar im Hotel genehmigen wir uns noch ein paar Drinks und spielen Karten. Die Gelsen sind heute mehr als lästig, denn es geht auch kaum Wind. Wir flüchten nach zwei Spielchen gerne ins klimatisierte Zimmer.

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Wir sind Judith und Wolfgang

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Beide mit dem Reisevirus infiziert, passionierte Defender-Fahrer und Overlander.

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