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Sabah

12. Tag, 25.8.2008: Malakka - K.L. - Kota Kinabalu - Sandakan

Um 5:30 Uhr läutet der Wecker und wenn es nicht unbedingt sein müsste, hätten wir uns gerne noch einmal umgedreht. Draußen ist es stockdunkel. Wir packen alles ein und fahren in die Lobby hinunter.

Und tatsächlich klappt alles wie gewünscht. Wir bekommen das Deposit zurück und es gibt ein Breakfast-Paket für uns. Wir verstauen alles im Auto und fahren pünktlich um 6:00 Uhr los. Die ersten Meter klappen noch tadellos, aber bald haben uns die verwirrenden Straßenschilder fest im Griff und wir müssen mehrmals umkehren. Aber schließlich haben wir das ja schon eingeplant. Auf der Autobahn packt Wolfgang das Breakfast-Paket aus: 2 Thunfischsandwichs, 2 Orangen + 2 kl. Mineral, besser als das Hotelfrühstück. Auf der Autobahn geht’s flott dahin und wir glauben kurzzeitig, viel zu früh aufgestanden zu sein. Doch das ändert sich ab der Mautstation KL. Unmittelbar danach geht nämlich ein Riesenstau los, weil es von 10 Spuren auf 3 zusammengeht, wobei jeder m² Straße als eigene Spur verwendet wird. Aber der Stau löst sich auch dann noch nicht auf, weil einige km später ein Wagen liegen geblieben ist. Und als Draufgabe hat die Polizei eine Spur gesperrt – und das mitten in der Rushhour! Wenigstens danach geht es für einige km ganz gut voran. Kurz vor dem Ziel glauben wir, uns wieder verfahren zu haben, aber diesmal stimmen die Schilder. So stehen wir um genau 9:00 Uhr bei Avis – 1 Stunde von der Mautstation bis hier her. Kaum stehen wir am Schalter, fällt uns ein, dass wir noch volltanken müssen; also noch „schnell“ zur nächsten Tankstelle (27,07 l = RM 52,96). Die Autorückgabe ist problemlos. Wir dürfen das große Gepäck sogar bei Avis zwischenlagern, während wir neben den Petronas Twin Towers auf einen Kaffee einkehren.

Petronas Twin TowersPetronas Twin TowersAnschließend spazieren wir noch zu den Petronas Twin Towers rüber. Das ist schon ein überwältigender Anblick. Tolle Architektur! Wenn man von unten raufschaut wird einem richtig schwindlig. Wir gehen zwischen den 2 Türmen hinein. Hier befindet sich ein 4-stöckiges Shopping Center mit Gucci, Cartier, Boss, Prada,… Gerade durch geht’s raus in einen netten Park. Wir sehen uns etwas um, bevor wir uns was zu essen suchen. Ein Stückchen die Straße entlang finden wir einen Inder. Wir bestellen 2 x Reis mit Verschiedenem vom Buffet + 2 Cola um RM 17,20. Anschließend machen wir uns dann wieder auf den Weg zu Avis um unser großes Gepäck zu holen. Die U-Bahnstation direkt vor dem Haupteingang der Towers haben wir schon vorher entdeckt. Wir kaufen ein Ticket für 2 Personen nach KL Sentral, aber beim reingehen funktioniert das nicht so ganz, weil nur 1 Person durchgehen kann. Aber wozu stehen denn 100 Aufpasser in der Gegend herum. Einer nimmt sich dann unser an und nach einiger Diskussion am Schalter bekommen wir ein 2. Ticket. Wir fahren dann 5 Stationen bis KL Sentral, wo wir direkt im Hauptgebäude ankommen und einen Schalter entdecken, an dem man gleich einchecken kann, wenn man ein KL Ekspres-Ticket hat und mit Malaysia Airlines fliegt. So kaufen wir ein Ticket und checken ein. Das Gepäck geht bis Sandakan, wir müssen in Kota Kinabalu nur noch eine Boarding Karte für uns organisieren, super! Somit können wir mit kleinem Gepäck zum Flughafen fahren. 13 Min. warten wir auf den KL Ekspres.

Wir gehen am Flughafen beim Domestic Departure Eingang hinein und suchen vergeblich nach einem Schnapsladen (der Whisky aus Singapur ist schon fast aus). Boarding ist pünktlich, aber dann müssen wir 50 Min. warten. Es ist sehr heiß im Flieger und ich nicke kurz ein. Zum essen gibt es Reis und mangels Unterhaltungsprogramm lesen wir verschiedene englischsprachige Zeitungen. Um 18:15 Uhr landen wir in Kota Kinabalu. Der Flughafen sieht noch ganz neu aus. Wir können unsere Tickets am Transfer-Schalter holen und müssen dann zur Passport-Control, um gleich wieder zum Gate zurück zu gehen(?). Vom Gate aus kann man zur intl. Departure hoch, wo noch Boden gelegt wird. Aber: Es gibt einen Schnapsladen und Wolfgang bekommt trotz Domestic Flight im Duty Free einen Johnny Walker. Um kurz vor 21:00 Uhr heben wir ab. Flugzeit: 40 min. Sandakan ist ein sehr kleiner Flughafen. Wir warten auf unser Gepäck, das auch perfekt ankommt. Also das Einchecken beim KLIA-Ekspres ist eine tolle Sache. Vor dem Flughafen gibt es einen Teksi-Kaunter. Dort sagt man, wohin man will, und je nach Zone wird dort gleich ein Fixbetrag bezahlt. Unser „Sandakan Hotel“ liegt in Zone 5 --> d.s. RM 22,00. Man bekommt dafür einen Zettel, den man dem nächsten Taxler gibt und der drückt dann auch schon wie ein Wahnsinniger aufs Gas. Mit 100 Sachen preschen wir in die Stadt.

Das Hotel ist sehr schön und die Internetbuchung gestern hat auch bestens geklappt. Wir gehen gegenüber in ein Hotel mit Internet, um die Abholzeit für morgen und für Kuching zu checken. Alle Infos sind eingetroffen. Danach gehen wir zu einem Inder gegenüber vom Hotel (Zakaria III) zum Abendessen (Murtabak mit Beef und Vegetable Sauce + 1 Orangesaft und 1 Apfelsaft um RM 18,00).
162 km
Gesamt-km mit dem PKW: 1.811 km

13. Tag, 26.8.2008: Sandakan - Turtle Island

Nettes FrühstückslokalUm 7:45 Uhr läutet der Wecker. Das war echt gut, wieder mal etwas länger zu schlafen, noch dazu nach dem anstrengenden Tag gestern. Wir packen uns zusammen und fragen in der Rezeption, ob das Frühstück im Zimmerpreis inkludiert ist. Unser Zimmer ist ohne Frühstück, das würde RM 16,00 p.P. kosten. Aber damit tun sie uns eh einen Gefallen, weil wir bisher mit dem Hotelfrühstück eh nicht happy waren. So machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir denken kurz daran, zum netten Inder von gestern Abend zu gehen, aber der hat nur Hendl + scharfes Zeugs – was halt Inder so frühstücken. So gehen wir weiter Richtung Meer. Da entdecken wir dann ein „Lokal“, das viele verschiedene Kuchen und so was Ähnliches wie einen Germkrampus in der Vitrine hat. Wir kehren dort ein. Der Kaffee ist eine Wucht. Wolfgang bestellt sich 2 Stück von so einer Art Teekuchen und ich einen Germkrampus, der auseinander geschnitten, mit Honig bestrichen und dann in mundgerechte Stücke geschnitten wird. Wolfgang bestellt sich dann noch einen kleinen runden Kuchen mit Schneehaube drauf und ich einen zweiten Krampus. Die Leute dort sind alle total freundlich und nett; jeder Gast und das Personal hat einen Smile für uns (– ein starker Kontrast zur Halbinsel!!!).

Als wir zum Hotel zurückkommen, steht schon ein Borneo-Eco-Tours-Bus davor. Die anderen Mitreisenden sind noch schnell einkaufen, da sie erst heute Früh angekommen sind (4 Amis = Golden Girls, 4 Engländer, 2 Dänen und wir). Sind ganz angenehme Leute. Wir fahren mit dem Bus zur Jetty und gehen auf unser Boot. 2 x 150 PS = ein echtes Schnellboot. Damit fegen wir für eine Stunde übers Meer. Gott sei Dank sind kaum Wellen. Es geht vorbei an „Alt“-Sandakan, das nur noch aus Fischerhütten auf Stelzen besteht, da alles im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Kurz vor Ende der Bootsfahrt fahren wir an einer „Robinson-Crusoe-Insel“ vorbei. Ein Traum – wie in der Südsee. Turtle Island ist gleich daneben. Die nächsten Inseln, die man am Horizont sehen kann, gehören schon zu den Philippinen.

Turtle Island - paradiesischWir laden unser Gepäck aus dem Boot und übernehmen die Zimmer. Es gibt nur 24 Zimmer hier und das macht das ganze schon sehr ruhig und angenehm. Wolfgang und ich starten dann gleich mal eine kl. Schatzsuche rund um die Insel. Wir finden Spuren im Sand von Turtles, die zur Eiablage gekommen sind, ein kleines totes Turtlebaby und auch eine tote Riesenturtle. Auch ein paar Krabben und 2 Adler (?) sowie eine Eidechse entdecken wir. Nach dieser Erkundungstour genehmigen wir uns danach einen kalten Drink vor dem Haupthaus, wo um 12:30 Uhr dann allgemeines Mittagessen stattfindet (Suppe mit Ei, Reis mit Chicken und Kraut und Mangold, Melone und Papaya). Wir genehmigen uns noch einen Kaffee und holen uns danach die Badesachen. Wir gehen zum Strand und starten dort gleich zu Wolfgangs erstem Schnorcheltrip. Leider ist so starke Ebbe, dass man sehr schwer schwimmen lann. Ich hau mich ein paar mal ordentlich an und eine Qualle erwischt mich am Arm. Der Schmerz ist aber erträglich. Wir sehen viele Fische (Papageienfische, Doktorfische, andere bunte + schwarze Fische, 2 samtblaue Muscheln, …) Es ist ganz schön, trotz des seichten Wassers. Danach schlafen wir beide am Strand an. Wolfgang geht dann noch einmal schnorcheln, ich nur mehr plantschen. Das Meer hat Badewannentemperatur. Um ca. 16:30 Uhr gehen wir aufs Zimmer zurück, weil ein Gewitter aufzieht. Wir besprühen unsere lange Kleidung mit No-bite und gehen dann im Regen zum Haupthaus. In einem Nest der Hatchery wimmelt es vor kleinen Turtlebabys nur so und die fiepsen alle wie wild. Danach genehmigen wir uns ein Bierchen und plaudern mit den anderen Gästen. In der Picknick-Area vor dem Haupthaus hält dann einer der Guides einen Vortrag und anschließend sehen wir uns im 1. Stock ein Video über die Schildkröten und die Arbeit des Turtle Island Parks an. Auch ein kleines Museum ist dort aufgebaut. Anschließend gibt es dann Abendessen. Reis mit Chicken in einer roten Sauce, Tintenfischringe in einer anderen roten Sauce, Fisolen und Kraut, Melonen zum Dessert. Wir bezahlen RM 10,00 für die Kameragebühr und nun müssen wir warten, warten, warten. Noch dazu sind wir erst Gruppe B. Gruppe A wird um ca. 21:15 Uhr aufgerufen. Für uns heißt es immer noch warten. Den 4 Golden Girls wird es zu lange und bis 21:30 Uhr sind sie alle weg. Wir harren tapfer aus, in der Hoffnung, dass wir auch bald drankommen. Nach einiger Zeit kommt die Gruppe A schon zurück und wir werden alle nervös. Kameras werden geprüft, Bedienungsanleitungen gelesen, Testfotos geschossen usw. bis um 22:00 Uhr endlich der Ruf für unsere Gruppe erschallt.

SchildkröteneierGreen Turtle - 89 cm breit, 101 cm lang

Wir starten hinaus und folgen den strengen Anweisungen des Guides. Eine Schildkröte hat gerade begonnen, ihre Eier zu legen und wir nähern uns von hinten. Wir sehen zu, wie ein Ei nach dem anderen in das Loch plumpst und ein Ranger sie herausholt. Da Licht in dieser Phase sehr schädlich wäre (die Schildkröte würde die Eiablage sofort beenden und fliehen), werden die wenigsten Fotos etwas. "Unsere" Schildkröte legte 109 Eier, die wir in einem Kübel zur „Hatchery“ bringen und dort gut geschützt vergraben werden. Als letzten Programmpunkt wird ein Gelege von geschlüpften Baby-Turtles ins Meer entlassen.

Die Babys werden ins Meer entlassenDie Babys werden ins Meer entlassen

Auch hier ist Licht wieder absolut tabu, weil die Babys dem Licht folgen. Also schaltet nur der Ranger, der ins Wasser watet, eine Taschenlampe ein. Nach diesem Erlebnis bestaunen wir noch den Sternenhimmel und spazieren dann aufs Zimmer.

14. Tag, 27.8.2008: Turtle Island - Sepilok - Sukau

my36_spurenWir werden durch die Nachbarn munter, was aber gut ist, denn unser Wecker hätte erst um 18:00 Uhr statt um 6:00 Uhr geläutet. Wir packen die Sachen, weil um 6:30 Uhr schon Frühstück ist. Wir bekommen Toasts mit Eierspeis und Käse bzw. Marmelade und Kaffee dazu. Um 7:00 Uhr ist Abfahrt mit dem Boot. Am Strand sehen wir noch sehr schöne Turtle-Spuren, die wir noch fotografieren und filmen wollen. Als wir beide unsere Kameras zücken, sind die Linsen total angelaufen, weil es im Zimmer durch die Aircondition so kalt gewesen ist. Wolfgang wischt den Fotoapparat ab und macht ein Foto, als ich losfilmen will, schreibt die Kamera plötzlich --:--:--, als ob das Band zu Ende wäre. Ich denke vorerst, dass ich vergessen habe auszuschalten, will die Kassette herausnehmen und da ist das Band aus der Kassette gezogen gewesen. Ich bekomme den Schock meines Lebens, kann aber die Kassette herausnehmen, ohne das Band zu beschädigen. Wolfgang fädelt mit dem Taschenmesser das Band wieder ein. Ich lege inzwischen eine neue Kassette ein, und hier ist das gleiche Problem. Die anderen Mitreisenden sind schon im Boot, was uns zusätzlich stresst. Auch dieses Band kann Wolfgang wieder einfädeln. Ich verzichtete auf das Filmen und lasse die Kamera erst mal akklimatisieren. Kurz nach 7:00 Uhr fahren wir ab. Heute ist der Seegang etwas rauer als gestern, was die Bootsfahrt sehr lustig macht. Fühlt sich an wie im Tagada. Nach einer guten Stunde Fahrt kommen wir wieder an der Jetty am Festland an.

In einem VW-Bus fahren wir zum Sepilok Orang Utan Sanctuary. Das liegt nicht weit außerhalb der Stadt. Um 9:00 Uhr beginnt eine Videovorführung. Vor dem Video spricht noch eine englische Volunteer ein paar Worte und macht die Adoptionsmöglichkeit von 3 Orang-Utan-Babys bekannt. Nach ca. 30 Minuten Videovorführung marschieren wir Richtung Futterplattform ab. Da geht man auf einem Holzpfad dahin und man braucht keine Angst vor Leeches zu haben. Als wir bei den 2 Plattformen ankommen, turnen dort schon ein paar kleinere Orang Utans herum. Das sieht teilweise sehr witzig aus.

Orang Utanmy38_orangutanmy39_orangutan

Um 10:00 Uhr beginnt dann die Fütterung. 2 Ranger kommen mit 2 Kübeln Bananen und einer Schüssel Milch und im Nu eilen die Orang Utans zu ihnen. Mit geschickten Turnübungen schwingen sie sich zur Plattform. Nachdem der Großteil des Futters verspeist ist, verschwinden die meisten Affen wieder. Nur einer bleibt noch sitzen und verspeist unter witzigen Grimassen die Reste. Um kurz nach 10:30 Uhr gehen wir wieder Richtung Ausgang und sind gespannt, ob das mit der Abholung von der Sukau Proboscis Lodge funktioniert. Wir schauen beide noch kurz in den Shop, wo wir uns Polo-Shirts ausschauen. Die gibt es bei der englischen Volunteer zu kaufen doch die ist grad im Stress mit Adoptionsformalitäten. Wolfgang geht inzwischen mal schauen, ob er jemanden findet, der nach uns sucht. Aber es ist keiner zu finden, der ein T-Shirt von der Lodge oder ein Schild hätte, na hoffentlich klappt das … Ich kaufe inzwischen 4 T-Shirts á RM 80,00. Die schauen echt schön aus. Wir gehen dann noch kurz in die Cafeteria um Wasser und 2 Cola, da kommt ein Guide auf uns zu und fragt ob ich Judith bin. Tja, super, so hat das auch geklappt. Um kurz nach 11:00 Uhr fahren wir ab – nur wir 2.

Am Straßenrand halten wir noch bei einem riesigen Supermarkt wo wir nochmals Trinken und Knabbereien kaufen – so eine Art Chips und Sticks (die nach Shrimps schmecken – sollen). Um 11:30 Uhr starten wir Richtung Sukau los. Auf einem kurzen Straßenstück, das nicht asphaltiert ist, bekommen wir einen Stein von einem LKW in die Windschutzscheibe. Das ist ein Knall, und jetzt ist die Scheibe hin (aber zum Glück nicht durchschlagen und auch nicht gebrochen). 2,5 Stunden später kommen wir bei der Jetty an, wo wir in ein kleines Boot umgestiegen, in dem schon 2 Holländer sitzen. Wir fahren nur ein paar Minuten (kommen auch an der Rainforest Lodge von Borneo Eco Tours vorbei). In der Lodge bekommen wir einen Welcome-Drink und gehen dann aufs Zimmer. Wow das ist ja toll! Sogar mit Aircondition und blitzblank sauber – auch das Bad! Wir haben sogar einen Balkon mit Flussblick. Um 13:30 Uhr gibt es dann Mittagessen. Wir bekommen eine Gemüsesuppe und als Hauptspeise gibt es einen großen Fisch, der aufgeteilt wird, mit Reis und Gemüse. Hmmm das ist lecker, als Dessert gibt es Wasser- und Honigmelone. Nach dem Essen spazieren wir ein bissl in der Anlage herum, weil es dort so schöne Blumen gibt. Um 15:30 Uhr ist Tea-Time angesagt, wir trinken 2 Kaffe und es gibt gebackene Bananen. Sehr lecker!

Um 16:00 Uhr geht es dann auf Game-Drive mit dem Boot. Wir sind Gott sei Dank nur 5 Personen (2 Italiener – er mit Megaobjektiv, die englische Lady, die beim Essen am Nebentisch sitzt, und wir 2). Wir fahren Richtung Jetty und dort biegen wir links in einen Nebenarm des Kinabatangan River ein. Es sind bereits einige Boote unterwegs. Als erstes sehen wir eine Horde Langschwanzmakaken. Wolfgang entdeckt sie als erster. Wir haben halt schon ein geschultes Game-Auge. Wir bleiben eine Weile dort stehen zum filmen und fotografieren. Die Horde hat auch zwei ganz kleine Babys dabei. Wir kommen noch an einer gelb-schwarzen Schlange in einer Astgabel vorbei. Der Bootsführer zeigt sie uns, da sie angeblich schon eine Woche dort liegt. Dann geht's aber eher erfolglos weiter, bis ein Boot vor uns schon links ans Ufer heranfährt. Wir halte auch dort an und siehe da, es sind Elefanten!!! Später sehen wir, dass es nicht nur einer ist, sondern so ca. 4. Zwei davon kämpfen dann auch noch im Gebüsch miteinander und einer kommt direkt zum Fluss herunter und steht in nur ein paar Meter Entfernung uns Aug im Aug gegenüber.

Borneo ElefantBorneo Elefant

Der Guide erklärt uns, dass das nur geht, weil die Elefanten hier sehr ruhig sind und nicht so aggressiv wie die Afrikanischen. Das ist echt ein tolles Erlebnis. Kurze Zeit später beginnt es dann zu tröpfeln, bevor es in den üblichen Wolkenbruch ausartet. Der Regen fällt wie ein Vorhang herunter. Wir verstauen die Kameras in den Regenjacken und packen für uns die Knirpse aus, aber selbst durch die regnet es dann schon durch. Wir sind trotz des Elefantenerlebnisses ein bissl frustriert, da wir auch gerne die Nasenaffen gesehen hätten. Wie auf Bestellung lässt der Regen nach und die Nasenaffen erscheinen auf den Bäumen am Ufer. Wir sehen sie wirklich gut, es sind zwar „nur“ die „schöneren“ Weibchen mit Jungen und leider keine „hässlichen“ Männchen, aber was wollen wir heute noch mehr?

Proboscis oder NasenaffenProboscis oder Nasenaffen

Um 18:00 Uhr sind wieder in der Lodge retour. Wir ziehen unsere nassen Sachen aus und legen sie zum trocknen unter die Klimaanlage. In diesem Moment legt dann der Regen noch einmal eines drauf. Um 19:00 Uhr gibt's Abendessen. Der Regen lässt schon deutlich nach. Wir bekommen wieder Fisch mit Reis und Gemüse. Es gibt auch als Vorspeise eine Suppe, aber Reisschleim – brrr. Als Dessert gibt es Honigmelone und Ananas. Wir genehmigen uns ein Bierchen dazu und unterhalten uns mit der englischen Lady und ihrem Guide. Die zwei sind echt total nett. Wir haben wirklich viel Spaß. Um 21:30 Uhr gehen wir dann aufs Zimmer. Mein Regenschirm ist weg. Wer sich den bloß „ausgeborgt“ hat??? Die nassen Sachen sind tatsächlich trocken geworden. Um 21:50 Uhr Licht aus, da wir morgen wieder einen langen Tag vor uns haben. Eigentlich schade, dass wir nur eine Nacht hier sind.

15. Tag, 28.8.2008: Sukau - Sandakan - Kota Kinabalu - Kuching

Um 6:15 Uhr läutet der Wecker, aber wir haben eh lange geschlafen und sind gespannt, was der Tag bringen wird. Wir bekommen ein eher mageres Frühstück, dafür leistet uns ein schöner gelber Schmetterling Gesellschaft. Um 7:30 Uhr fahren wir mit den 2 Italienern von gestern mit dem Boot wieder zur Jetty gegenüber und weiter mit unserem Guide zu den Gomantong Caves. Auf dem Weg dorthin sehen wir 2 schöne Adler und kurz vor dem Headquarter zur Höhle entdecken wir noch Gibbons-Affen. Die haben ein Fell wie Orang Utans, aber ein schwarzes Gesicht.

Für die Hölenbesichtigung müssen wir pro Kamera RM 30,00(!) bezahlen. Video wäre eigentlich RM 50,00 aber wir geben nur eine Kamera an. Eigentlich wissen wir nicht so recht was uns hier so erwartet, weil der Guide immer nur von Vogelnestern redet. Es handelt sich dabei um eine Höhle, in der Fledermäuse und Vögel (Salanganen) leben, und eben diese Vögel bauen in bis zu 19 m Höhe ihre Nester. Wenn die Jungen flügge werden (3x im Jahr: April, August, Dezember), dann werden die Nester geerntet und um teures Geld nach China verkauft, wo sie als Suppeneinlage enden. Man muss aber wissen, dass die Nester hauptsächlich aus Spucke bestehen und mit Federn und Gras verklebt sind, das wird allerdings rausgewaschen, bis nur noch die Spucke überbleibt. Als wir die Höhle betreten, wird uns bewusst, dass das das Schrägste und Abartigste ist, was wir je gesehen haben.

Gomantong CaveEinlage für die Birds Nest Soup - Mahlzeit!

Die Vogelscheiße tropft laufend auf einen herab und liegt meterhoch (wirklich mehrere Meter hoch) am Boden. Gott sei Dank gibt es einen Holzsteg durch die Höhle, auf dem sich aber Tausende von Kakerlaken tummeln und auf dem man sich nur sehr vorsichtig fortbewegen kann, da auch dieser komplett zugesch… und daher total rutschig ist. Wenn es nicht so abartig und dadurch interessant wäre, würde man glatt davonrennen. Bei einem Nestesammler dürfen wir in den Sack schauen. Da krabbelt irgendwie alles – brrr. Die Pflücker kraxeln auf Rattan-Bambusleitern in Wahnsinnshöhe herum, dafür verdienen sie für malayische Verhältnisse eine Menge Geld (RM 12.000,00). Wir sind angeekelt und fasziniert zugleich, aber auch froh, als wir wieder draußen sind. Den Gestank haben wir ohnehin noch lange in der Nase. Am Rückweg sehen wir noch einmal die gleichen Affen wie zuvor, nur sind sie diesmal näher.

Dann fahren wir nach Sandakan zurück. Wir besichtigen noch einen unnötigen Tempel, dafür ist die Aussicht von dort umso schöner – Blick auf die Bucht und die Stadt. Danach fahren wir noch Mittagessen in ein englisches Teahouse & Restaurant auf einem Hügel (Astaka Lookout). Das Restaurant, die Anlage und die Aussicht sind sehr schön. Das Essen ist ganz gut, passt aber nicht zu Malaysien (Pumpkin-Ginger-Soup bzw. Malaysian Platter als Vorspeise, Chicken Breast in Mustard Sauce als Hauptgericht und eine Früchteplatte zum Dessert). Wir bestellen uns blöderweise jeder noch Pommes dazu, obwohl dann Kartoffelpürree und Gemüse dabei ist, aber das ist ja nicht dabeigestanden. Die Zeit drängt schon (12:45 Uhr – um 14:00 Uhr geht unser Flugzeug) und wir wollen die Nachspeise schon sausen lassen, aber die Kellnerin packt sie uns noch ein. Wir verabschieden uns noch von der englischen Lady aus der Lodge, die auch hier zu Mittag gegessen hat, und los geht's zum Flughafen.

Nach dem Einchecken verspeisen wir die Früchte und kaufen in der Abflughalle ein paar Souvenirs. Pünktlich um 14:00 Uhr fliegen wir ab und landen um 14:45 Uhr in Kota Kinabalu. Der Weiterflug geht erst um 19:45! Uhr, was tun wir bloß so lange auf diesem eiskalten Flughafen? Wir zücken den Stadtplan und den Reiseführer und beschließen, dass wir einfach in die City fahren, die nur 8 km weg ist.

Mit einem Taxi (RM 20,00 Fixpreis am Teksi Kaunter) fahren wir zu einem zentralen Shopping Center, das Centre Point heißt, obwohl wir eigentlich zum Central Market wollten, aber der Taxler kann nicht so gut englisch. Macht aber nichts, weil der Markt ist ganz einfach zu Fuß zu erreichen. Wir gehen vorbei an Obst- und Fischknabberzeugsstandeln, bevor wir dann den Fischmarkt entdecken. Das ist ja wieder ganz mein Fall. Die Verkäufer sind alle total nett und freundlich und jeder will mit seinem größten Fisch gefilmt werden. Wir bummeln dann durch den Handicraft Market, wo die Standeln total eng beisammen stehen. Dort gibt’s viel Schmuckzeug, aber auch einige Souvenirs. Als letztes erkunden wir noch den Central Market, wo es großteils Obst und Gemüse gibt, wovon wir nicht alles kennen. Total interessant, so durch die Standeln zu bummeln. Wir sind dann schon komplett durchgeschwitzt, darum gehenwir zur Waterfront Esplanande. Hier ist ein Lokal neben dem anderen. Wir wählen eines aus, das sehr nette Bankerl mit Meerblick hat. Eigentlich wollten wir einen Kaffee und eine Kokosnuss, aber dieses Lokal hat nur Alkohol. So ein Pech, so müssen wir schon um 16:30 Uhr unseren Sundowner in Form von Tiger Beer zu uns nehmen. Ein schauen ein bissl aufs Meer hinaus und schreiben unser Tagebuch. Es zieht das übliche Nachmittagsgewitter auf und daher flüchten wir noch einmal in ein Shopping Center. Um 17:20 Uhr fahren wir dann mit einem Taxi wieder zum Flughafen, woe wir noch eine Kleinigkeit essen, da der Flug nur 1:15 Std. dauert und wir nicht wissen, ob wir im Flieger was bekommen (1 Laksa für mich und einmal Sambel Chicken Rice für Wolfgang).

Während des Fluges bekommen wir nur Getränke und ein kleines gefülltes Kipferl. Wir lesen Zeitungen und dösen ein bisserl, bis wir um 21:00 Uhr landen. Mit dem Taxi (RM 23,00 beim Teksi Kaunter) fahren wir zum Holiday Inn. Das Hotel schaut echt toll aus, auch das Zimmer ist super – mit Riverview. Wir packen mal aus und kultivieren uns. Wolfgang entdeckt, dass sein Rucksack bei den äußeren 2 Taschen offen ist. Bei mir ist es das gleiche. Sogar das Medikamententascherl ist offen. Die lange Zeit zwischen den 2 Flügen hat da anscheinen jemand genutzt… Aber es fehlt nichts. Wir haben ja auch genau aus diesem Grund nichts Wertvolles in den Rucksäcken.

Um 22:45 Uhr fallen wir ins Bett. Es war wieder ein langer Tag, aber wer hätte gedacht, dass wir Kota Kinabalu auch noch sehen.

Herzlich willkommen!

Wir sind Judith und Wolfgang

judithwolfgang

Beide mit dem Reisevirus infiziert, passionierte Defender-Fahrer und Overlander.

Es gibt so viel zu sehen und zu erleben. Begleite uns ein Stück des Weges!

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