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Oodnadatta Track

11. Tag, 30.10.2005: Caper Jervis - Adelaide - Rawnsley Station

Wir stehen um 5:30 Uhr auf. Denkste! Heute ist Zeitumstellung auf Sommerzeit (also eine Stunde nach vor), und so stehen wir nicht besonders früh, sondern besonders spät auf! Jetzt sinds also 8 ½ Std. Unterschied zur MEZ und in ein paar Stunden sogar 9 ½ (weil daheim auf Winterzeit umgestellt wird).

So fahren wir dann gleich bis Adelaide durch (nur ein Tankstop in Wilunga). Wir wollen in Adelaide einkaufen gehen, aber sonntags sperren die Supermärkte erst um 11:00 Uhr auf und so fahren wir durch die Stadt durch. Es geht ziemlich zäh voran, weil es hier anscheinend keine grüne Welle gibt. In Richtung Elizabeth entdecken wir ein Schild zu einem Outdoor-Ausstatter. Wir fahren hin, weil das Geschäft gleich an der Straße liegt. Ich kaufe mir dort echt coole Aussie Boots. Die Verkäuferin ist total nett, sie schenkt mir noch Einlagen dazu, sowie zwei Outdoor-Zeitschriften. Außerdem kopiert sie uns ihren Straßenatlas, damit wir zum nächsten Supermarkt finden.

Dort gehen wir dann auch einkaufen. Wolfgang verstaut anschließend alles im Auto und ich organisiere beim „Hungry Jack's“ = Burger King ein schnelles Mittagessen und beim Mistkübel von Hungry Jack entsorge ich die Zapfen, die wir einige Tage zuvor als Brennmaterial neben der Straße aufgesammelt haben. Seit einigen Tagen haben wir nämlich Ohrwürmer im Auto (igitt!) und wir vermuteten, dass sie von diesen Zapfen stammen. Sicherheitshalber kaufen wir im Supermarkt auch eine Dose Insektenvertilgungsmittel und besprühen gleich den Fahrzeugboden damit. Dann drücken wir aber aufs Gas, weil wir noch einen weiten Weg vor uns haben.

Wir fahren bis Gawler und weiter ins Clare Valley. Weinberge und lila Blumenfelder soweit das Auge reicht. In Clare machen wir Halt und kaufen in einem Liquor Store drei Flaschen Wein. Dann düsen wir weiter über Jamestown, Orroroo, Varrieton (alles ausgestorbene Nester) bis Hawker und weiter Richtung Wilpena. Hier "beginnt" Australien. Wir fahren zur Rawnsley Park Station, weil dort auch ein CP liegt. Der CP ist schöner als erwartet und wir lassen uns auf einem Platzerl mit herrlichem Ausblick nieder. Am Lagerfeuer bereiten wir uns Cevapcici mit Kartoffelpüree zu.

Blumenwiese, Clare ValleyWeinberge, Clare ValleyRawnsley Park Station

509,7 km

12. Tag, 31.10.2005: Flinders Ranges NP - Balcanoona

Vom Bett aus genießen wir den Sonnenaufgang und anschließend gibt's Frühstück (wie in den letzten Tagen nur mit „Vollkornbrot“). Danach brechen wir gleich zur Wanderung zum Wilpena Lookout auf. Mit dem Auto fahren wir bis zum Parkplatz und von dort beginnen wir die 4-Std-Wanderung (7:30 Uhr).

Wilpena PoundAnfangs geht es noch auf einem breiten Weg gemütlich dahin. Wir können viele Kangaroos sehen, die teilweise sehr nahe sind. Nach ca. 2,5 km wird es dann immer steiler und anspruchsvoller. Trotzdem sind wir in 1 ½ Stunden oben angelangt. Man hat von dort wirklich einen tollen Ausblick in den Pound. Wir machen 20 Minuten Pause bevor wir uns auf den Rückweg machen, für den wir ca. 1:15 benötigen. Auf dem Weg treffen wir ein asiatisches Pärchen, das um diese Uhrzeit erst mit dem Aufstieg beginnt. Puhh, bei der Hitze ...

Anschließend fahren wir wieder zum CP zurück, weil wir hier in dem netten Ambiente noch Mittagessen (Eierspeis). Danach machen wir uns auf den Weg nach Wilpena. Auf einem Rastplatz treffen wir Franzosen, die mit dem eigenen Auto 6 Monate in Australien unterwegs sind- ein Traum ... Das Paar will die Simpson Desert durchqueren - super. Er erzählt uns, dass anscheinend der Oodnadatta Track tlw. gesperrt ist- SCHOCK! Wir gehen dann gleich in Wilpena ins Visitor Center und fragen nach. Der Ranger dort sieht im Computer nach und gibt für uns Entwarnung, da er für 4WD geöffnet ist- juhuu.

Wir fahren dann durch die Bunyaroo Gorge. Das ist super, weil der Weg durch Bäche und Floodways führt. Dann fahren wir weiter durch die Brachina Gorge. Dort geht's in der gleichen Tonart weiter, nur mit steilen, roten Felswänden. Am Ende der Schlucht drehen wir um und fahren Richtung Blindman, wo wir dann rechts abbiegen, weil wir noch bis Akaroola wollen. Die Fahrt dorthin ist anstrengend, da die Schotterstraße und die Gegend sehr eintönig ist. Wir machen noch ein paar Stops für Fotos und Videoschwenks. In Balcanoona entscheiden wir, dass wir uns einen CP suchen und Akaroola vergessen. Wir füllen ein Permit aus und zahlen AUD 4,00 (+ AUD 1,00 Spende, weil wir kein Kleingeld haben) und fahren zum Wotootla CP. Dort sind wir aber nicht wie erhofft alleine. Es steht bereits ein Camper da. Wir suchen uns jedoch einen weit entfernten Platz und machen Feuer. Leider müssen wir vor den Fliegen in das Auto flüchten (eine Plage, die uns noch viele Tage verfolgen sollte). Um kurz nach 19:00 Uhr beginnen wir zu kochen (Steaks, Folienkartoffel, Folienzwiebel + 1 Flasche Rotwein). Ein echtes Festessen!

Fahrt durch die Bunyaroo GorgeStraße nach AkaroolaBushcamp

239,2 km

13. Tag, 1.11.2005: Balcanoona - William Creek

Die Fliegen sind schon wieder aktiv. Also frühstücken wir im Auto. Um 7:30 Uhr verlassen wir den CP in Richtung Westen nach Copley und fahren dann ein Stück in die Gegenrichtung nach Leigh Creek. Dort tanken wir und im Foodland kaufe ich 2 x 10l Wasser (im Karton in einer „Blase“ - komisch. Es stellt sich aber heraus, dass dies die beste Verpackung war, die wir je hatten). Anschließend fahren wir wieder zurück Richtung Copley und weiter nach Lyndhurst. Bis dorthin ist die Straße asphaltiert. Am Straßenrand befindet sich eine Anzeige für den Oodnadatta-Track, den Birdsville-Track und den Strzelecki-Track. Hier steht, dass der Oodnadatta-Track zwischen William Creek und Oodnadatta gesperrt sei, aber sonst offen. Naja, dieses Stück berührte uns ja nicht. So starten wir in Richtung Marree.

Alter Wassertank, Farina RuinsDen ersten Stop machen wir bei den Farina Ruins. Dort schaut es echt super aus. Der alte Wassertank steht noch und im „Ort“ stehen viele alte Häuser und ein Plan, auf dem erklärt wird, wo früher was gewesen ist. Es sieht aus wie in einer Wild-West-Stadt. Anschließend fahren wir bis Marree durch.

Puhh, das ist ein Ort ... Staubig, heiß und Millionen von Fliegen. Wir informieren uns im Roadhouse über die Straße. Die Dame meint, mit 4WD ist alles befahrbar. Wir schauen uns noch die alten Überbleibsel aus Ghan-Zeiten an und fahren dann weiter bis Alberrie Creek, wo wir einen kurzen Fotostop einlegen. Dort ist mitten im Nichts ein Skulpturgarten aus lauter Eisenteilen errichtet worden (Blume aus einem Windrad, Hund aus einem Wassertank, ...). Rechts der Straße können wir den South Eyre Lake sehen. Wir machen einen kurzen Fotostop on the road und wenig später bei einem Lookout 12 m unter dem Meeresspiegel. Weiter gehts bis Curdimurka. Dieses Nest schaut echt nett aus, obwohl nicht mehr viel steht. Nur die Gleise sind noch da. Hier findet alle 2 Jahre ein Ball statt, zu dem die Gäste aus allen Richtungen zusammenkommen. Es gibt auch eine eigene Flugzeuglandebahn. Wir wollen dann die Stuart Creek Brücke suchen, die zweitlängste des Old Ghan, aber die Straße führt immer weiter weg, so drehen wir nach 2 km wieder um.

Der Oodnadatta Track führt uns dann durch den Wabma Kadarbu Mount Springs Conservation Park, wo wir links zu den arthesischen Quellen abbiegen. Das ist ja eine eigenwillige Sache. Der Blanche Cup liegt auf einem kleinen Hügel. Dort ist ein richtiger Pool und saftig grünes Gras – mitten in der Wüste. Beim The Bubbler ist es ähnlich, nur sprudelt er mehr und es rinnt sogar ein Miniwasserfall runter.

aus27 oodnadattaCurdimurkaBlanche Cup

Wieder auf dem Oodnadatta Track zurück fahren wir weiter bis nach Beresford Siding. Auch hier ist eine Wasserstelle für den alten Ghan, und zwar deshalb, weil hier ein See liegt. Es wachsen sogar viele Bäume rundherum, in denen Kakadus sitzen.

Als nächstes wollen wir uns die Reste von Strangeway Sidings anschauen (Schaffarm aus 1860 und Telegrafenstation), aber dort sieht man wirklich nur noch ein paar Reste.

Wir fahren dann bis William Creek durch, vorbei an vielen Kühen, die schon zur Anna Creek Station gehören, der weltgrößten Farm (23.677 km²). Um 18:00 Uhr kommen wir auf dem CP in William Creek an. Das ist eine schöne Anlage für die raue Gegend. Wir besprechen im Auto (wegen den Fliegen) den Lageplan und schreiben das Tagebuch. Wir beschließen unsere Reiseroute zu ändern. Wolfgang putzt dann den Kühlschrank, weil der so erbärmlich stinkt (nach einem Fischrest, den unser Vormieter offenbar vergessen hat), ich plaudere derweilen mit zwei deutschen Damen. Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Sugo. Wir sind schon sehr hungrig, weil wir seit dem Frühstück nichts gegessen haben.

450,6 km

14. Tag, 2.11.2005: William Creek - Coober Pedy

Über Nacht hat eine dicke Wolkendecke den Himmel zugedeckt. In Richtung Coober Pedy ist der Himmel ganz schwarz. Das kann ja eine super Fahrt werden ... Wir schießen noch ein paar Bilder von William Creek und starten um 8:00 Uhr. Die ersten 100 km gehen ganz gut. Dann beginnt es aber zu regnen und die Straße wird immer tiefer und schmieriger. Es sind noch zwei andere Autos unterwegs, die sich hinter uns hängen.

Um 10:20 Uhr sind wir in Coober Pedy. Wir tanken und schauen anschließend zur Visitor Information. Die Dame dort sagt uns, dass die Strecke Coober Pedy – Oodnadatta gesperrt sei. Wir sollten morgen noch einmal nachfragen, aber sie will uns nichts versprechen. Schaß! Zurück im Auto studieren wir die Karten und beschließen, wenn die Straße nicht geöffnet wird, auf dem Highway zum Ayers Rock zu fahren und die East McDonell Ranges hinten anzuhängen. Wir fahren nochmals ins Visitor Center weil es dort gratis Internet gibt.

Anschließend begeben wir uns in die City und gehen in John’s Pizza Bar auf eine Mittagspizza. Ist echt lecker. Danach gehen wir zu Umoona Opal Mine + Museum und fragen, wann die nächste Führung ist. Die Tussi dort ist aber nicht grade freundlich, und so gehen wir wieder und fahren mit dem Auto zur Old Timers Mine. Das ist echt super. Wir bekommen einen Plan samt Erklärungen (sogar auf Deutsch) und einen Helm und dann geht's los. Es ist echt interessant. Die Arbeit in den Minen ist und war echt ein Knochenjob. Nach der Mine kommt man in ein kleines Museum und dann noch weiter in die ehemalige Wohnung der jetzigen Besitzer, die sie bis 1990 bewohnt haben– wow! Im Shop kaufe ich einen Opal als Souvenir und trage uns ins Gästebuch ein. Anschließend fahren wir weiter zur Big Winch, die auf einem Hügel mit super Überblick auf die Stadt steht. Jeder Hügel ist angebohrt – ein Wahnsinn! Wir besichtigen dann noch die St. Peter and Paul's Catholic Church. Die schaut echt nett aus und wir verweilen dort ein bisserl, bevor wir in den Supermarkt einkaufen fahren.

Old Timers Mine, Coober PedyBlick auf Coober PedySt. Peter and Paul's Catholic Church

Danach wollen wir auf der Oodnadatta-Straße zu den Breakaways fahren, aber nachdem die Straße gesperrt ist und auch eine Strafe drauf steht wenn man trotzdem fährt, fahren wir über den Highway. Bei den Breakaways sind zwei Lookouts. Es schaut dort aus wie in einer Schottergrube. Wir fahren weiter nach Südosten zum Dog Fence und weil der Heimweg über den Highway ein Umweg wäre und die Straße ganz ok aussieht, fahren wir doch über die Oodnadatta-Straße retour.

Wir checken dann am Stuart Range CP ein. Der Wind bläst wie verrückt. Wir machen uns Huxtable-Sandwiches und fallen anschließend ins Bett.

242,6 km

15. Tag, 3.11.2005: Coober Pedy - Curtin Springs

Wir stehen erst später auf, weil die Visitor Information, wo wir wegen dem Straßenzustand fragen wollen, erst um 8:30 Uhr aufsperrt. Als wir aus dem Auto kriechen, entdeckt Wolfgang, dass wir rechts hinten einen Patschen haben. Genau der Reifen, bei dem wir heute mal Luft nachpumpen wollten. Tja, Wolfgang wechselt den Reifen (Gott sei Dank passierte das heute und nicht gestern) und ich mache Frühstück.

Wir rufen bei Britz an um zu fragen, was wir tun sollen. Die sagen uns, wir sollen einen Neuen kaufen und die Rechnung mitnehmen. So suchen wir uns eine Werkstatt und finden eine, die einem Deutschen gehört, der sehr nett ist. Wir zeigen ihm den Reifen und er meint, wir sollen in einer Stunde wieder kommen, weil noch jemand vor uns an der Reihe ist. So fahren wir derweilen zur Visitor Information. Die Straße nach Oodnadatta ist wieder offen. Wegen des Zeitverlustes durch den Werkstattaufenthalt entscheiden wir aber trotzdem auf dem Highway bis Ayers Rock zu fahren und die East McDonell Ranges anzuhängen. Als wir wieder zur Werkstatt zurück kommen, ist der vor uns noch nicht ganz fertig. Unser Reifen hat drei Löcher im Schlauch. Der Mechaniker klebt sie. Hoffentlich wird das auch halten. Wir verlassen uns auf die deutsche Gründlichkeit. Abfahrt von der Werkstatt Richtung Ayers Rock um 10:54 Uhr.

Straße nach MarlaVon Coober Pedy fahren wir bis Marla durch (240 km). Dort tanken wir und kaufen uns im Roadhouse einen Kaffee. Ansch Bahngleise des Ghanließend suchen wir noch den Bahhof vom neuen Ghan, finden ihn aber nicht. So fahren wir weiter, weil wir die Bahnstrecke ohnehin noch kreuzen werden. Die Strecke führt uns weiter bis zur Grenze von South Australia und Northern Territory. Wir fahren durch Kulgera. Von da sind es noch 77 km bis nach Erldunda, wo wir links Richtung Ayers Rock abbiegen. Bei der Kreuzung, wo die Straße nach Kings Canyon abzweigt, machen wir noch einmal einen Fahrerwechsel und geben wieder Gas.

In Curtin Springs tanken wir nocheinmal (wir hätten besser in Erldunda tanken sollen - AUD 0,169/l). Die Zapfsäule ist mit einem Vorhangschloss gesichert. Wir fragen den Tankwart mal wie spät es ist. Weil es im N.T. keine Sommerzeit gibt, müssen wir unsere Uhren um eine Stunde zurückstellen. An der Tankstelle ist auch ein Schild ausgehängt, auf dem gratis campen beworben wird und so beschließen wir hier zu bleiben. Erstens sind es noch gut 80 km bis Yulara und daher würden wir es ohnehin nicht mehr zum Sonnenuntergang zum Uluru schaffen und zweitens ist der CP in Yulara total teuer. Gegen 18:00 Uhr machen wir uns ein Lagerfeuer, schreiben Tagebuch und behalten unser Sorgenkind – den rechten Hinterreifen – im Auge, weil er schon wieder komisch ausschaut. Als die Glut gut ist, beginnen wir zu kochen (Steaks und Kartoffelpüree).

636,8 km

Herzlich willkommen!

Wir sind Judith und Wolfgang

judithwolfgang

Beide mit dem Reisevirus infiziert, passionierte Defender-Fahrer und Overlander.

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